Schizophrenie, das ist eine schwere Krankheit, die Leben ändert

Schizophrenie ist eine sehr ernsthafte Krankheit, die nicht nur das Leben des Patienten beeinflusst, sondern auch seine Umgebung. Ihr Vorkommen in der Gesellschaft kann für einen Faktor gehalten werden, der sich in einer gewissen Weise an Formierung der Gesellschaft als solche beteiligt. Es ist deshalb besonders wichtig, die Symptome dieser Krankheit erkennen zu können und auf ihren Ausbruch schnell zu reagieren, damit das „normale“ Leben der betroffenen Person in einem möglichst hohen Ausmaß erhalten bleibt. Es ist jedoch fraglich, was in einem solchen Fall die Bezeichnung „normales Leben“ eigentlich bedeutet.

Eine rechtzeitig aufgenommene und entsprechende Therapie ist genauso wichtig wie Verständnis seitens der Nächsten und allgemein seitens der breitesten Öffentlichkeit. Dazu dient auch eine effektive Aufklärung, die aber oft vernachlässigt wird. Und deshalb wurde Schizophrenie zum Hauptthema dieses Artikels, dessen Ziel es ist, diese unberechenbare Erkrankung auf eine einfache Weise auch denen näher zu machen, die sie nicht direkt betrifft. Schizophrenie betrifft in der ganzen Welt durchschnittlich 2 % der Population, vor allem zwischen dem 16. und 30. Lebensjahr.

Was ist Schizophrenie

Laiendeutungen, die Schizophrenie als eine gewisse Persönlichkeitsspaltung beschreiben, sind falsch, weil Schizophrenie keine dauerhafte Desorientierung in Zeit und Raum, Gedächtnisstörung oder Störung der Kenntniserhaltung bedeutet. Unter Schizophrenie verstehen wir eine Zersetzung der Vernunftfähigkeiten, bei der die Kranken sie nicht zu konkreten Tätigkeiten nutzen können. Sie hat insgesamt sieben klinische Formen, es gibt also:

  • paranoide Schizophrenie
  • hebephrene Schizophrenie
  • katatone Schizophrenie
  • nicht differenzierte Schizophrenie
  • residuale Schizophrenie
  • simplexe Schizophrenie
  • postpsychotische Schizophrenie

Man kann sagen, dass die an Schizophrenie erkrankten Menschen mehr wahrnehmen, sie verstehen anders, und deshalb leiden sie auch mehr. Ein Schizophrener erlebt verschiedene Beschwerden wie Beklemmungen, Ängste, Depressionen, die eine solche Intensität und Tiefe haben, dass sie sein ganzes Leben durchdringen und es deswegen deutlich beeinflussen. Das passiert, weil zu den typischsten Schizophrenie-Symptomen Wahn und Halluzinationen gehören. In der Praxis bedeutet das, dass ein so betroffener Mensch oft nicht imstande ist, zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen zu unterscheiden. Man kann es sich als Abwesenheit eines gewissen „Filters“ im Kopf des Kranken vorstellen, das die Nebenwahrnehmungen und -gedanken üblicherweise unterdrückt. Der Betroffene kann sich dann nicht konzentrieren, weil seine Gedanken von einer übermäßigen Menge von Eindrücken umgeben sind, in denen er sich nicht zurechtfinden kann. Deswegen ist er dann selbstverständlich verwirrt und kann nicht klar denken und handeln. Ein weiteres häufiges Symptom ist Schwächung oder Verlust des Willens. Das heißt eine Unfähigkeit, sich zu entscheiden, etwas zu planen, etwas zu tun. Der Kranke verliert dann Interesse an Tätigkeiten, die ihm früher Spaß machten, und wird sehr verschlossen. Es ist aber keine Äußerung der Faulheit, Ungefälligkeit oder des schlechten Willens. Es handelt sich um dieselbe Krankheitsäußerung wie die schon erwähnten Wahn und Halluzinationen.

Perioden des Abklingens und der intensiven Äußerungen

Auch trotz den beschriebenen Beschwerden eines Schizophrenen hat ein so betroffener Mensch noch etwas Restarbeitspotenzial und Perioden, in denen er in sog. Remission ist. Das bedeutet in einem Zustand, in dem die Krankheit mit einer geringeren Intensität und Dringligkeit zum Ausdruck kommt. Die Remissionsperioden sind unterschiedlich lang. Sie wechselt sich mit den sog. Attacken - das heißt mit Perioden eines erhöhten Druckes der Erkrankung auf den Patienten.

Wenn Gehirn nicht richtig funktioniert

Der Keim der Krankheit liegt im Gehirn, wo es in manchen Teilen einen Überfluss am chemischen Stoff namens Dopamin gibt. Dieser Stoff dient der Informationsübertragung unter die einzelnen Hirnzellen. Wir können es uns so vorstellen, dass infolge des Überflusses an Dopamin im Gehirn auf einmal eine zu große Menge von Informationen übertragen wird, die das Gehirn nicht verarbeiten kann, d. h. zwischen den wichtigen und unwichtigen Meldungen nicht unterscheiden kann. Das alles kann zu einer verzerrten Realitätswahrnehmung führen, aus diesem Grund dann zu anderem Denken und als Folge auch zur Beklemmung, Angst und Verwirrung.

Schizophrenie wird von Ärzten als Psychose eingestuft, weil es in manchen Teilen des Gehirns zu den angeführten Änderungen kommt. Es ist ein Zustand, in dem der Kranke von bizarren, unbegreiflichen Sachen überzeugt ist, die ihm keiner widerlegen kann (Wahn), des Weiteren davon, dass er etwas hört oder sieht, was die anderen nicht sehen oder hören (Halluzinationen, in der Regel in Form von nicht existierenden Stimmen), und seine Sprache und sein Verhalten sind seltsam, unbegreiflich oder ungeordnet (desorganisiert).

Schizophrenie und ihre Symptome

Die Anfangssymptome vor Entfaltung der Schizophrenie sind oft unspezifisch (Unaufmerksamkeit, Motivationssenkung, Energieverlust, Depressionen, Schlafstörungen, Beklommenheit, sozialer Rückzug, Argwohn, Aufgeregtheit). Ein wichtiger Indikator ist aber eine Verhaltens- und Funktionsänderung. Eine rechtzeitige Diagnose- und Therapiefeststellung ist deshalb sehr wichtig. Eine längere Periode, in der die Psychose nicht behandelt wird, kann ihren weiteren Verlauf negativ beeinflussen. Oft kommt es dazu, dass ein Kranker in eine Heilanstalt für psychiatrisch Kranke untergebracht werden muss. Zur stationären Behandlung führen meistens die Äußerungen der psychotischen Symptome, d.h. Wahn, Halluzinationen, ungeordnete Rede und seltsames Verhalten.

  • Halluzinationen

Halluzinationen sind Vorstellungen mit einer deutlichen Sinneslebhaftigkeit, die der Betroffene nach außen projiziert und an die er unwiderleglich glaubt. Sie haben einen entscheidenden Einfluss auf das Verhalten des Kranken. Der Mensch hört, sieht oder spürt Sachen, die die anderen nicht wahrnehmen. Man kann sie in einige Gruppen gliedern. Man kennt Gehörs-, Sehkraft-, Geruchs-, Geschmacks- und Körperhalluzinationen.

Am häufigsten kommen die Gehörshalluzinationen vor, die sich man als Sausen, Rauschen, Knistern, Pfeifen oder Tierstimmen (sie gehören zu einfachen Gehörshalluzinationen) vorstellen kann, des Weiteren als Wörter, Sätze, die die Kranken als leise Stimmen bezeichnen, die sich über sie lustig machen, sie quälen und sehr unangenehm sind (verbale Gehörshalluzinationen). Die weiteren Gehörshalluzinationen sind solche, die mahnen und befehlen, und die deswegen sehr gefährlich sind (die Gruppe von imperativen Gehörshalluzinationen). Die Halluzinationen können auch als Entzugs-, Beschallungs- und Gedankenaufnötigungsgefühle wahrgenommen werden (intrapsychische Gehörshalluzinationen). Weniger kommen die Sehkrafthalluzinationen vor. Die Geruchshalluzinationen sind mit den Geschmackshalluzinationen verbunden, bei denen die Kranken verschiedene unangenehme Gerüche riechen. Die Körperhalluzinationen sind dann seltsame körperliche Gefühle, z.B. Brennen, Elektrisieren und Änderungen von inneren Organen. Es liegt also auf der Hand, dass Schizophrenie und ihre Symptome wirklich sehr ernst sind.

  • Wahn

Wahn, ein weiteres typisches Symptom von Schizophrenie, kann man als einen unerschütterlichen Glauben an Richtigkeit des Gedanken erklären, Resistenz gegen Beweise und gegen Betrüge. Von dem üblichen Irrtum unterscheidet sich Wahn durch seine Nicht-Korrigierbarkeit, weshalb er von dem Kranken nicht für eine pathologische Erscheinung gehalten wird. Genauso wie die Halluzinationen wird er in einige Grundgruppen geteilt - expansiver, megalomanischer, depressiver, insuffizienter, hypochondrischer, mikromanischer Wahn, Wahn des Verschuldens, Wahn mit Extrapotenz und paranoider Wahn.

Der expansive Wahn bedeutet Überschätzung der eigenen Persönlichkeit, Hobbys, Fähigkeiten und Möglichkeiten. Der Wahn mit Extrapotenz ist ein solcher, bei dem ein Mensch seine Fähigkeiten überschätzt und hemmungslos optimistisch und selbstbewusst ist. Über den megalomanischen Wahn sprechen wir dann, wenn der Kranke sich selbst als eine außergewöhnliche Person betrachtet (Genie, Milliardär, Kommandant). Der depressive Wahn bedeutet Selbstunterschätzung und Selbsterniedrigen, der insuffiziente dann Unterschätzung von eigener Leistungsfähigkeit und einen hoffnungslosen Pessimismus. Der hypochondrische Wahn ruft beim Patienten das Gefühl hervor, dass er an einer unheilbaren Krankheit leidet. Der mikromanische Wahn heißt, dass man sich nutzlos fühlt, der Wahn des Verschuldens besteht darin, dass man sich selbst der bösen Taten beschuldigt, und der paranoide Wahn stellt Verfolgung der eigenen Person, Fallenstellung und Streben um das eigene Leben dar.

Therapie der Schizophrenie ist von Fachpflege und Interesse der Nächsten abhängig

Die Grundlage der Therapie stellt die Verabreichung von Medikamenten, sog. Antipsychotika, die gezielt die psychotischen Symptome unterdrücken und somit die Wirkung von Dopamin im Gehirn senken. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die nicht-pharmakologische Methode, die Psychoedukation, Training von sozialen Fähigkeiten und kognitives Training beinhält. Das erste Ziel der Therapie ist es, die psychotischen Symptome zu beseitigen oder sie zumindest zu reduzieren. Des Weiteren bemühen sich Ärzte um Stabilisation und Verbesserung von negativen Symptomen. Das primäre Ziel der Erhaltungstherapie ist Vorbeugung von Rückkehr der psychotischen Symptome (Vorbeugung eines Relapses) und Aufrechterhaltung der Fähigkeit, am normalen Leben teilzunehmen, wobei auch die Familie oder anderen nahestehenden Personen helfen, deren Teilnahme an der Therapie notwendig ist, und zwar nicht nur in Fragen der Hilfe dem Kranken, sondern auch hinsichtlich der eigenen Aufklärung, dank der sie alle Zusammenhänge der Therapie von Schizophrenie verstehen.

Schizophrenie ist ein Thema, das die ganze Gesellschaft betrifft, und so sollte sie auch betrachtet werden. Man muss sich mit der Aufklärung beschäftigen, die zeigt, wie man dem Kranken dabei helfen kann, sein eigenes Leben in möglichst hohem Ausmaß aufrechterhalten zu können. Es ist nämlich wahr, dass Schizophrenie die Kranken der Arbeit, der alltäglichen Tätigkeiten und eigentlich auch Freunde beraubt, die sich ein falsches Urteil bilden können und Angst davor haben, mit einem so kranken Menschen eine Beziehung aufrechtzuerhalten.



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