Drogen und ihre Wirkungen auf Organismus

Fotolia_40221099_XSDrogen. Ein gehasstes und auch geliebtes Wort. Verwünscht und verehrt. Sie können helfen, aber auch zerstören. Das Wort hat seinen Ursprung im niederländischen Wort „droog", was „trocken" bedeutet. Später fing man damit an, diesen Begriff für psychoaktive Stoffe zu verwenden. Im übertragenen Sinne werden mit dem Wort „Droge" auch die für ein Individuum sehr angenehmen Situationen oder geradezu Abhängigkeiten bezeichnet, wie zum Beispiel Geschlechtsverkehr oder Hasardspiele.

Den anderen Sprachen ähnlich hat das Wort „Droge" im Tschechischen auch mehrere Bedeutungen. Die erste interpretiert eine Droge als Heilmittel. Ihre Verwendung konzentriert sich dann auf Hilfe bei Gesundheitsproblemen und Mängeln. Wir zählen dazu getrocknete oder anders verarbeitete und danach konservierte Pflanzen, Tierteile und Produkte ihres Metabolismus. Von den Pflanzendrogen mit Wirkungen auf die Psyche führte die Bedeutungsverschiebung beim Wort „Droge" zur heutigen Auffassung im Sinne von Suchtmittel (ein psychoaktiver Stoff). Und denen werden wir uns in diesem Artikel vor allem widmen. Es sind chemische Stoffe, die primär auf das Nervensystem wirken, wo sie die Gehirnfunktionen ändern und vorübergehende Änderungen von Sinneswahrnehmung, Laune, Bewusstsein und Benehmen verursachen. Meistens sind diese Stoffe illegal oder vom Staat eingeschränkt. Drogen werden aus unterschiedlichsten Gründen eingenommen und sind in allen sozialen Schichten präsent. Die Anwendungsarten sind unterschiedlich und demnach teilen wir Drogen in mehrere Untergruppen ein:

ANÄSTHETIKA

Anästhetika sind Stoffe, die eine partielle oder vollständige Empfindungslosigkeit des Organismus bewirken. Viele Anästhetika bewirken sogar vollständige Bewusstlosigkeit und ermöglichen somit, einen medizinischen Eingriff ohne physischen Schmerz oder emotionelles Trauma durchzuführen. Hierzu zählen wir zum Beispiel Äther, Ketamin und manche Barbiturate.

ANALGETIKA

Analgetika sind Stoffe aus einer umfangreichen Medikamentengruppe, die zur Linderung eines Schmerzes oder zur Erreichung der Analgesie (ein schmerzloser Zustand) verwendet werden. Zu Analgetika gehören Opioide wie Morphin oder Kodein, und nicht-steroidale Antiphlogistika wie Aspirin oder Ibuprofen.

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PSYCHIATRISCHE MEDIKAMENTE

Die psychiatrischen Medikamente haben es zu ihrem Ziel, Mental- und Gefühlsstörungen zu dämpfen. Man kann sie in sechs Hauptgruppen teilen.

  • Antidepressiva werden gegen Störungen wie klinische Depression oder Dysthymie eingesetzt. Zu ihnen gehört z.B. Fluoxetin (Prozac).
  • Stimulantia nimmt man gegen Hyperaktivität oder Narkolepsie ein. Hierzu zählen z.B. Pervitin, Kokain, Koffein oder Nikotin.
  • Antipsychotika nimmt man gegen Psychosen, Schizophrenie und Manien ein.
  • Stimmungsstabilisatoren nimmt man gegen bipolare und schizoaffektive Störungen ein, hierzu gehört z.B. Lithium.
  • Anxiolytika nimmt man gegen Angststörungen ein.
  • Beruhigungsmittel werden als Hypnotika, Sedativa und Anästhetika eingenommen.

Unregelmäßiger Drogenkonsum oder Ich bin nicht abhängig, aber ich will mich amüsieren!

Laut Umfragen aus vielen EU-Ländern gehört der unregelmäßige Drogenkonsum in der Regel zum modernen, sog. Konsumlebensstil und wird meistens auf einen gewissen Zeitraum im Leben von jungen Menschen begrenzt, bis die Familien- und Arbeitssorgen kommen. Zugleich gibt es jedoch auch „fanatische" - d.h. sehr starke - unregelmäßige Drogenkonsumenten. Es sind solche, die ihr Leben „auf volle Touren" genießen.

Dank der Einnahme von stimulierenden Drogen, nach der die Menschen lange munter sind, kam es zu einem großen Aufschwung der Unterhaltung in Nachtclubs. Der entscheidende Faktor ist die leichte Zugänglichkeit von Drogen in dieser Umgebung. Das Verhältnis zwischen Nachtleben, Musik und unregelmäßigem Drogenkonsum ist nichts Neues. Die avantgardistischen Jazzmusiker nahmen unregelmäßig Marihuana und Kokain schon in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ein. Die Rockszene der sechziger und die Punkszene der siebziger Jahre erweiterte die Liste von genommenen Drogen um Amphetamine, Halluzinogene und eine Reihe von Medikamenten mit psychotropen Wirkungen. In den achtziger Jahren erschien in manchen Teilen Europas zum ersten Mal MDMA oder auch „Ecstasy" genannt, die man im Milieu der sog. elektronischen Tanzszene zu nehmen begann. Zehn Jahre später verbreiteten sich Ecstasy und die Tanzmusik in die ganze Welt. Es ist also kein Wunder, dass das Nehmen von synthetischen Drogen ein großes internationales Interesse an der Suche nach verantwortungsvollen Maßnahmen hervorrief.

Weiche oder harte Drogen?

Die Psychoaktiven Drogen teilt man manchmal in sog. weiche und harte Drogen ein. Diese Einteilung soll das Gefährlichkeitsmaß dieser Stoffe für ihre Verwender darstellen. Manchmal spricht man von Drogen mit Risiko, das akzeptierbar ist, und von Drogen, bei denen ist das mit ihrer Einnahme verbundene Risiko zu hoch, also nicht akzeptierbar.

Zur Kategorie von den weichen Drogen wird vor allem Marihuana, Haschisch, Koffein und Thein gezählt. Manchmal werden dazu auch psychedelische Stoffe wie LSD oder Peyotl, vor allem aber psilocybinhaltige Pilze gerechnet. An der Grenze steht MDMA (Ecstasy), manchmal wird es auch als eine weiche Droge bezeichnet. Die Toxizität des Alkohols und seine Fähigkeit, eine Abhängigkeit hervorzurufen (und somit auch seine soziale Gefährlichkeit) sind höher als bei MDMA.

Alkohol wird von Ärzten für eine harte Droge gehalten, die Zweifel an seiner Einteilung löst nur seine Legalität in den meisten Ländern aus. Alkohol löst physische Abhängigkeit aus, hat ein tödliches Abstinenzsyndrom und beschädigt direkt die Zellen. Zu den harten Drogen gehören auch Pervitin, Kokain, Toluol und Opioide.

EINTEILUNG DER DROGEN NACH IHRER WIRKUNG

Eine weitere Einteilung, die man am meisten benutzt, ist diejenige nach der Wirkung der Droge. Die Einteilung der Drogen nach ihrer Wirkung nimmt den überwiegenden Stoffeffekt auf die Psyche von gesunden Menschen in Kauf. Wenn ein Stoff zu den Halluzinogenen gezählt wird, bedeutet es aber zugleich nicht, dass dieser Stoff z.B. keinen stimulierenden Effekt haben kann.

Cannabinoide

marihuanaCannabinoide gehören zu Stoffen mit halluzinogener Wirkung und sind in der Cannabis-Pflanze (Hanf) enthalten. Hanf enthält viele Wirkstoffe, aus unserer Sicht ist der Stoff namens Delta-9-tetrahydrokannabinol (THC) am interessantesten, das halluzinogene Wirkungen hat. Zu den Cannabinoiden gehören Marihuana und Haschisch.

  • Haschisch ist in Wirklichkeit das eigentliche, aus dem Hanf gewonnene Harz, der Inhalt von Wirkstoffen beträgt bis zu 40 %.
  • Marihuana ist eine Mischung von Blättern, Ästchen, Samen, Blüten und Köpfen von Hanf. Marihuana und Haschisch zählen zu den leichten Drogen und viele Leute denken, dass das Nehmen dieser Drogen sicher ist. Diese Meinung ist aber nicht so ganz wahr. Die ernsteren Komplikationen sind zwar eher seltsam, aber ein langfristiges Nehmen führt zu den verhältnismäßig typischen Gedächtnis-, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten und zu einem Motivationsverlust. Das langfristige Rauchen von Marihuana verschlechtert die männliche Potenz. Und ebenso falsch ist die Meinung, dass diese Drogen keine Suchtmittel sind, denn den Umfragen zufolge bewirken sie nicht nur die psychische, sondern auch die physische Abhängigkeit.

Halluzinogene (Psychedelika)

Halluzinogene haben einen großen Einfluss auf das menschliche Bewusstsein und bewirken typische Änderungen, die bis zum Stadium der toxischen Psychose führen können. Zu dieser Drogengruppe gehört auch eine Menge von Stoffen, die man oft in der Medizin verwendet, am bekanntesten sind jedoch LSD und Ecstasy. In Tschechien ist es dann besonders Psylocibin.

  • LSD kommt fast ausschließlich in Form des sog. Trips oder der Kristalle vor. Sein Nehmen ist vor allem deswegen besonders gefährlich, weil seine Wirkung sehr unberechenbar ist. In manchen Fällen kann es schon nach der ersten Dosis zu großen Problemen in Form von Halluzinationen und panischen Reaktionen kommen, die sich über mehrere Tage erstrecken können.
  • Psilocybin ist ein psychisch sehr aktiver Stoff und ist in den Kahlkopf-Pilzen enthalten. Diese Droge gehört zu den verbreitetsten Drogen in der Tschechischen Republik.
  • Chemisch gehört Ecstasy zu Phenylethylaminen und seinen Wirkungen nach wird es zwischen die halluzinogenen und stimulierenden Drogen gezählt. Nach der Einnahme der Droge erweisen sich beim Individuum meistens Ruhe- und Behaglichkeitsgefühle, der Stress verschwindet, die Laune wird besser, es erscheinen Empathiegefühle und das Bedürfnis, eine andere Person zu berühren. Sehr gefährlich sind jedoch die unerwünschten Wirkungen, die mit der Einnahme dieser Droge verbunden sind, zu denen Abwesenheit des Durstgefühles gehört. Dadurch kann es zur Überhitzung des Organismus kommen. Eine weitere gefährliche Nebenwirkung stellt Beschädigung von Nervenzellen dar.

Opiate

Der Name dieser Gruppe ist von dem Wort Opium abgeleitet, was ein in unreifen Mohnköpfen enthaltener Stoff ist. Die Opiate sind Stoffe, die eine morphinähnliche chemische Struktur haben. Das Morphin ist auch der Wirkstoff von meisten Opiaten. Die Opiate werden wegen ihrer Wirkungen auch in der Medizin verwendet (Narkotika). Zusammen mit flüchtigen Stoffen werden die Opiate für die gefährlichsten psychotropen Stoffe gehalten, denn ihr Abhängigkeitspotenzial ist wirklich sehr hoch. Zu den Hauptopiaten gehören Opium, Heroin, Morphium, Oxycodon und Subutex.

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 Psychofarmaka (Tranquilizer)

Ursprünglich waren es Medikamente, die gegen psychotische Zustände eingenommen wurden - sie befreien die Kranken von Angst und Halluzinationen, sie entspannen, beruhigen und mildern die Aggressivität von Patienten. Heutzutage werden sie aber oft missbraucht. Sie haben eine Menge von Nebenwirkungen - sie können Koordinationsstörungen bewirken, einen der Parkinsonkrankheit ähnlichen Zustand hervorrufen oder Kreislauf-, Gedächtnis und Sexualstörungen verursachen. Sie sind gefährlich, sie können auch eine schwere psychische sowie physische Abhängigkeit mit Abstinenzsyndromen einschließlich epileptischer Paroxysmen auslösen. Zu den am meisten missbrauchten Psychofarmaka gehören Barbiturate, Benzodiazepine und Rohypnol.

Stimulierende Drogen

Als stimulierende Drogen werden stimulierende Stoffe oder auch psychomotorische Stimulantia bezeichnet, deren chemische Zusammensetzung sehr unterschiedlich ist. Die stimulierenden Drogen rufen körperliche und geistige Ermunterung hervor, die in Form eines leichten Gefühls der Frische oder einer fast unkontrollierbaren Erregung vorkommen kann.

Die bedeutendsten Vertreter der Gruppe von illegalen Drogen sind Pervitin, Kokain und Amphetamine, zu den legalen Stimulantia rechnen wir Stoffe mit einem milderen Effekt - Kaffee und Tee. Die stimulierenden Drogen rufen zwar keine physische Abhängigkeit hervor, sie bewirken aber eine sehr starke psychische Abhängigkeit. Die Einnahme von Stimulantia erhöht das Risiko der Entstehung von Herz- und Hirnanfällen.

Flüchtige Stoffe

Flüchtige Stoffe sind offenbar die gefährlichste Stoffgruppe - sie sind sogar gefährlicher als Drogen wie Kokain, Pervitin oder Heroin. Sie zeichnen sich durch eine starke narkotische (dämpfende) Wirkung aus und es kann leicht zu einer Überdosierung mit tödlichen Folgen kommen. Durch ihre Einnahme entstehen schwere und irreversible Gehirns-, Leber-, Nieren- und Knochenmarkbeschädigungen. Es handelt sich um Kohlenwasserstoffe und der häufigste Vertreter ist Toluol.

Die oben angeführten Informationen stellen eine Einführung in das relativ einfache System der Einteilung von Suchtmitteln dar. Das Thema der Drogen ist jedoch sehr weit und fast unerschöpflich. Wie beeinflussen Drogen unser Leben und unsere Gesellschaft? Wie erkennen wir die Anwesenheit von Drogen in unserer Nähe? Und was können wir tun? Davon erfahren Sie mehr schon bald in der nächsten Fortsetzung.



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